LinuxFAQ / Erste Schritte

Index
  1. Welches sind die wichtigsten Befehle für die Kommandozeile?
  2. Wie bekomme ich weitere Hilfe/Information zu Befehlen?
  3. Wie suche/finde ich Dateien?
  4. Wie arbeite ich unter Linux mit .tar, .tar.gz (.tgz), .zip, .rar, bz2 Dateien?

Welches sind die wichtigsten Befehle für die Kommandozeile?

Nachfolgend sind die wichtigsten Befehle für die Kommandozeile aufgelistet, mit dem jeweiligen Äquivalent aus der DOS/Windwos-Umgebung (falls vorhanden).

Gewisse Tastenkombinationen auf der Kommandozeile können zudem zu Stolperfallen werden: CTRL-Z: “friert” den momentanen Prozess ein, mit “fg” (foreground) kann er wieder in den Vordergrund geholt werden, mit “bg” (background) läuft er im Hintergrund weiter. CTRL-S: “friert” das Terminal ein, verhindert weiteres schreiben von Programmen auf die Konsole, praktisch um Bootmeldungen zu lesen. CTRL-Q: “taut” das Terminal wieder auf.

Um Befehle im Hintergrund laufen zu lassen wird an die Kommandozeile ein “&” angehängt.

 Linuxkommando:DOS/Win:Beschreibung

 a2ps: :druckt 2 Seiten auf einer, mit Rand
 at:at:starte dies “um” X Uhr
 bc: :Taschenrechner auf der Kommandozeile
 cal: :Kalender (cal 2002)
 cat:type:Zeigt den Dateiinhalt an
 chdir,cd:cd:Wechselt in das angegebene Verzeichnis
 chgrp: :Gruppe von Dateien ändern
 chmod:attrib:
 chown: :Besitzer von Dateien ändern 
 clear:cls:Bildschirm löschen 
 cmp:fc:binäres Vergleichen zweier Dateien 
 cp:copy:Kopiert Dateien 
 cut: :schneidet Text positionsbezogen aus 
 df: :Zeigt freien Festplattenplatz für alle Partitionen an 
 du: :(disk usage), belegten Plattenspeicher ermitteln 
 file: :Zeigt den wahren Dateiinhalt/-typ an,
 unabhängig von der Endung 
 fuser: :Wer benützt welche Ressource(n)? 
 grep: : 
 info: :Hypertext Informationssystem, siehe auch man 
 ln: :Links von/zu Dateien setzen
 lpr: :(line printer)
 ls:dir:Listet Dateien und Verzeichnisse auf
 lsof: :(list open files), Welche Dateien sind gerade von wem geöffnet?
 mkdir:md:Erstellt ein Verzeichnis
 more,less:more:Zeigt den Dateiinhalt seitenweise an
    (more is more or less more ;o) 
 mount: :Verzeichnisse/Partitionen anmelden/abmelden
 mv:move:Verschiebt Dateien/Verzeichnisse, benennt diese um
 nl: :Zeilen numerieren
 pwd:cd:(print working directory), zeigt das aktuelle Verzeichnis an
 rm:del,deltree:Löschen von Verzeichnissen/Dateien
 rmdir:rd:Löscht das angegebene Verzeichnis
 sort: :Sortiert Textdateien
 tar: :tape archiver, erstellt eine Archiv, auch für Dateien geeignet
 vi:edit:einfacher Editor
 w: :Wer macht gerade was auf diesem System?
 who: :Wer ist gerade eingeloggt?

Wie bekomme ich weitere Hilfe/Information zu Befehlen?

‘man’ ist das Programm zum Einsehen der Online-Hilfe zum jeweils angegebenen Programm bzw. Befehl. Mit ‘man ls’ erhalten Sie beispielsweise das Online-Manual zum Programm ‘ls’. In der Regel hat jeder auf dem System verfügbare Befehle, bzw. installiertes Programm eine umfangreiche Online-Hilfe. Die Online-Hilfe wird seitenweise dargestellt, mit ‘Space’ wir eine Bildschirmseite vorwärts, mit ‘b’ eine Bildschirmseite zurück geblättert, mit ‘Enter’ eine Zeile vorwärts, mit ‘y’ eine Zeile zurück. Wenn Sie auf Ihrem System Deutsch als Standardsprache installiert haben, werden die Online-Hilfen in der Regel in Deutsch angezeigt. Da es mitunter vorkommt, dass Übersetzungen in gekürzter Fassung oder mit Fehlern vorliegen, kann es sinnvoll sein, alle Manual-Seiten, speziell auch jene in English (Original) durchzulesen. Mit der Option ‘-a’ kann erreicht werden, dass alle ‘man’-Seiten zu einem Thema angezeigt werden. Mit ‘q’ kann in diesem Falle zum nächsten Manual gesprungen werden.

info Das Programm info liest Dokumentation im Info-Format. Für viele Programme ist dort mehr Information zu finden, als in den meist nur rudimentären Man-Seiten. Mit pinfo kann ein lynx-ähnlicher Browser für info-Dokumentationen aufgerufen werden.

‘apropos’ durchsucht die Manualkurzbeschreibung in der Indexdatenbank nach allen mit dem Suchbegriff zusammenhängenden Themen bzw. auf dem System verfügbaren Befehlen.

Möchte man nur schnell wissen, wozu eine Befehl/Programm dient kann das Kommando ‘whatis’ verwendet werden.

Wie suche/finde ich Dateien?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach oder in Dateien im System zu suchen. Die wichtigsten sind nachfolgend aufgelistet und beschränken sich auf die Systemeigenen Befehle. Es kann aber beispielsweise auch ein kleines Perl-Skript hierzu geschrieben werden.

locate: Suche in einer nächtlich aktualisierten Datenbank. Ein typisches Linux-System umfasst einige 100.000 Dateien. Wenn eine Suche in “Echtzeit” erfolgen würde, könnte diese unter Umständen ziemlich lange dauern. Deshalb gibt es auf fast jeder Distribution ein Programm namens locate, welches einmal in der Nacht vom gesamten Verzeichnisbaum eine Datenbank erstellt. Mit ‘locate Suchstring’ kann dann ein in sekundenschnelle eine Suche über die gesamte Datenbank durchgeführt werden. Da locate normalerweise als “nobody”, einem Useraccount mit wenig Rechten läuft, könnten in diesem Falle keine Dateien in z. B. nur von ‘root’ zugänglichen Dateien in die Datenbank aufgenommen werden. Um dieses Problem zu lösen, wurde von GNU “slocate” eine sicherheitstechnisch verbesserte Version entwickelt, welche auch bei den meisten Distributionen beigelegt ist.

whereis: Durchsucht den Standardpfad nach binaries (ausführbaren Dateien), sources (Quellcode), Konfigurationsdateien und Dokumentation eines Programmes. Zum Beispiel: “whereis sendmail”

which: Beantwortet die Frage “Wenn ich jetzt ‘XYZ’ eingebe, wo liegt dann das Programm welches gestartet wird?” Dies ist vor allem nützlich, wenn es mehrere Programme gibt, welche denselben Namen haben und man wissen möchte, welches auf Grund dessen, dass es zuerst im ‘PATH’ liegt und folglich ausgeführt wird.

find: Sucht im angegebenen Verzeichnis nach entsprechenden Dateien, mit vielen möglichen Optionen

Beispiele:

find /home/egon -iname “wie*.*”

Sucht im Verzeichnis ‘/home/egon’ nach Dateien welche auf das Muster “wie*.*” passt, ohne berücksichtigung von Groß-/Kleinschreibung

find /home/egon -type d -maxdepth 3

Sucht in ‘/home/egon’ nach allen ‘d’irectories und geht maximal 3 Verzeichnisebenen tiefer.

find / -type f -empty

Sucht im gesamten System nach leeren Dateien (f=file).

find / -type f -size +2000k -iname “*.pdf” -exec gzip -9 \{\} \;

Sucht im gesamten System nach Dateien (‘f’) die mit größer als 2MB sind, mit ‘*.pdf’ enden, und komprimiert sie. Die Zeichenkette {} wird von find mit dem jeweiligen Dateinamen ersetzt, und zwischendurch gehört ein Semikolon als Befehlstrenner, aber diese Zeichen müssen “durch” zu find gelangen und müssen um nicht von der Shell interpretiert werden mit dem Escape-Zeichen \ versehen werden.

grep: Suche nach Zechenketten und regulären Ausdrücken innerhalb von Dateien. Der Name kommt von Get Regular Expression”.

Beispiel:

grep -i “red*hat” /etc/*

Mit einer entsprechenden Kombination von Optionen können auch alle Dateien in Unterverzeichnissen nach dem gewünschten String durchsucht werden.

grep -Hirns Gesuchter_String *

Wie arbeite ich unter Linux mit .tar, .tar.gz (.tgz), .zip, .rar, bz2 Dateien?

tar Das Programm ‘tar’ ist eines der verbreitesten ist ein Programm aus der Unix-Welt, das die als Parameter übergebenen Dateien in einen kontinuierlichen Datenstrom umwandelt, in ein Archiv. Diese Dateien waren ursprünglich für das unterbringen auf Speichermedien gedacht, welche kein Dateisystem zulassen, weil ein wahlfreier Zugriff nicht möglich ist - wie etwa bei Bandlaufwerken. ‘tar’ heißt deshalb auch ‘tape archiver’

Der Standardaufruf für das Einpacken von Dateien in ein Archiv lautet: tar cvf archiv.tar /quell/verzeichnis

‘c’ steht für ‘create’ ‘v’ steht für ‘verbose’ (zeigt an, was mit den einzelnen Dateien gemacht wird) ‘f’ steht für ‘file’ (wenn nicht /dev/tape verwendet wird; muss der letzte Parameter sein, weil nachher der Dateiname folgen muss)

Zum Entpacken von tar-Dateien: tar xvf archiv.tar

Bei ‘tar’ allein findet noch keinerlei Kompression statt; Mit der Option z kann aber bereits eine gzip-Komprimierung mit aktiviert werden. tar cvzf archiv.tar.gz /quell/verzeichnis

Es gibt allerdings noch zahlreiche andere Formate/Werzeuge zum Komprimieren von Daten. Hier eine kurze Übersicht der Archiv-Formate, auf welche sich aus den Dateiendungen rückschließen lässt:

.tar einfaches tar-Archiv, ohne Kompression .gz gzip-komprimierte Datei .tar.gz .tgz gzip-komprimiertes Tar-Archiv .bz .bz2 bzip2-komprimierte Datei .tar.bz .tar.bz2 .tbz bzip2-komprimiertes Tar-Archiv .Z .z LZW-komprimiertes Archiv

gzip Eines der meist verwendeten Hilfsprogramme zur Komprimierung von Dateien ist ‘gzip’, welches nach dem LZ77 Lempel-Ziv Algorithmus komprimiert und wie bereits gesehen auch in ‘tar’ mit eingebunden ist. Gzip kann nur einzelne Dateien komprimieren, weshalb meist ein ‘tar’ vorangeht. Der aufeinander folgende Aufruf von ‘tar’ und ‘gzip’ lautet:

Zum Packen: tar cvf - /quell/verzeichnis | gzip › archiv.tar.gz

Zum Entpacken von gz-Dateien: gzip -dc archiv.tar.gz | tar xvf -

bzip2 Bzip2 komprimiert Daten nach dem Burrows-Wheeler Algorithmus und arbeitet somit zwar etwas langsamer als ‘gzip’, komprimiert dafür aber in den meisten Fällen 30–40% besser. Auch ‘tar’ kann noch zusätzlich eine bzip2-Komprimierung anwenden, was mit der Option ‘-j’ veranlasst wird. Die Syntax für bzip2 ist mit jener von gzip weitgehend identisch.

compress ‘compress’ komprimiert Dateien mit LZW (einem veränderten Lempel-Ziv) Algorithmus. Dabei überprüft compress zuerst, ob die Datei nach der Kompression wirklich kleiner wird als vorher und komprimiert nur wenn dies der Fall ist. ‘compress’ ist zwar sehr schnell, komprimiert dafür aber in den meisten Fällen nicht so gut wie die bereits vorhergehend beschriebenen Methoden.

Ein Archiv-Manager mit grafischer Oberfläche, welcher die Erstellung und Bearbeitung der meisten hier genannten Archiv-Typen erlaubt ist ‘file-roller’. (Bestandteil von GNOME.)



rar ‘rar’ ist ein funktionsreiches Tool, zum Arbeiten mit speziellen Archiven. Neben zip-Archiven erstellt und entpackt es RAR-Archive, die einige besondere Eigenschaften und Funktionen bieten:

  • hoch wirksamer Kompressions-Algorithmus
  • speziell optimierte Komprimierung für Text, Audio, Grafiken und ausführbare Dateien
  • Gute Kompression durch ‘solid’-Archive
  • Erstellung selbstentpackender Archive (Windows und Linux)
  • Erstellung von Multi-Volume-Archiven mit definierter Größe
  • Wiederherstellungsfunktion bei beschädigten Archiven
  • Passwordschutz für das komplette Archiv oder einzelne Dateien
  • Plattformübergreifende portabilität der erstellten Archive

RAR für Linux erhalten Sie als Evaluations-Version unter: http://www.rarlab.com/ external Link

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